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Oktober 2016 – Impfverhalten und Einstellungen zu Grippe-Impfungen der Befragten

Im September und November 2015 wurden die Teilnehmer der Studie „Gesellschaft im Wandel“ zu ihrem Impfverhalten befragt.

Impfungen gelten als sehr wirksame und kostengünstigste Vorbeugemaßnahmen in der modernen Medizin. Durch Impfungen können nicht nur viele Infektionskrankheiten bei einzelnen Menschen verhindert werden, es zeigen sich bei von Mensch zu Mensch übertragbaren Krankheiten auch Hinweise auf einen sogenannten Herdenschutz (wie zum Beispiel bei Keuchhusten in Deutschland). Dieser Herdenschutz entsteht, wenn ausreichend viele Menschen in der Bevölkerung geimpft sind und deshalb weniger Erreger in Umlauf gebracht werden. Durch den Herdenschutz können auch anfällige Personen wie alte und kranke Menschen indirekt geschützt werden, bei denen eine Impfung aus medizinischen Gründen nicht möglich ist.

In Deutschland werden jährlich Informationskampanien durchgeführt, um die Impfraten in der Bevölkerung zu erhöhen. Eine Auswertung von Impfverhalten und Impfbereitschaft kann helfen, Absichten und Beweggründe der Bevölkerung für oder gegen eine Impfung zu verstehen.

Diese Auswertung zeigt die Ergebnisse der Befragung. Wenn Sie Fragen zu Impfungen haben, konsultieren Sie bitte Ihren Arzt.

Grippe-Erkrankung in den letzten 5 Jahren?

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Die Grafik zeigt, wie viel Prozent der Befragten in den letzten fünf Jahren an der Grippe erkrankt sind. Knapp 20 % geben an, einmal erkrankt zu sein, wohingegen knapp 15 % von einer mehrmaligen Erkrankung berichten. Etwa 70 % der Befragten sind in den letzten fünf Jahren nicht an der Grippe erkrankt.

Grippe-Impfung erhalten?

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Wie diese Grafik zeigt, ist die überwiegende Mehrheit von fast 92 % der Befragten nicht gegen die Grippe geimpft. Lediglich etwa 8 % verfügen über einen Grippe-Impfschutz.

Impfbereitschaft in Abhängigkeit einer vorherigen Grippe-Erkrankung

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Wir stellten uns die Frage, ob Grippe-Erkrankungen in der Vergangenheit einen Unterschied in der Impfbereitschaft der Befragten ausmachen. Diese Grafik zeigt, dass mehrmals an der Grippe erkrankte Personen (oranger Balken) für den kommenden Winter eine tendenziell höhere Impfbereitschaft aufweisen. Mehrmals an Grippe erkrankte Personen lassen sich im Vergleich zu einmal oder nicht Erkrankten häufiger „ganz sicher impfen“ (ca. 8 % gegenüber etwa 5 bzw. 7 %) und seltener „sicher nicht impfen“ (ca. 46 % gegenüber etwa 52 bzw. 55 %). Eine einmalige Erkrankung scheint nicht mit einer höheren Impfbereitschaft in Zusammenhang zu stehen. Im Vergleich zu den nicht Erkrankten tendieren einmal Erkrankte (blauer Balken) eher zu einer unentschlossenen Haltung (ca. 8 % gegenüber etwa 5 % lassen sich „wahrscheinlich“ impfen; ca. 23 % gegenüber etwa 19 % lassen sich „wahrscheinlich nicht“ impfen). Folglich gibt es keinen eindeutigen Unterschied in der Impfbereitschaft zwischen den an Grippe erkrankten und nicht erkrankten Befragten.

Geschätzte Kosten einer Impfung

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Auch haben wir gefragt, wie geimpfte und nicht geimpfte Befragte den Aufwand an Zeit und Geld für eine Impfung einschätzen. Bei beiden Fragen gibt es deutliche Unterschiede zwischen geimpften und nicht geimpften Befragten. Nicht geimpfte Befragte glauben, dass die Grippeimpfung knapp 18 Euro kostet. Demgegenüber schätzen geimpfte Befragte die Kosten einer Impfung auf knapp 5 Euro. Nicht geimpfte Befragte halten die Grippeimpfung für mehr als dreimal so teuer wie geimpfte Befragte. Ebenfalls schätzen nicht geimpfte Befragte den Zeitaufwand deutlich größer ein als geimpfte Befragte (ca. 103 Minuten gegenüber ca. 66 Minuten).