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August 2020 – Einstellung zu zuckerhaltigen Getränken und deren Besteuerung

In vielen demokratischen Staaten gibt es Steuern auf Güter, deren Konsum langfristig schädlich ist, wie zum Beispiel die Tabaksteuer in Deutschland. In einigen Ländern, wie Mexiko oder Großbritannien, werden auch zuckerhaltige Getränke besonders stark besteuert. Mit unserer Forschung möchten wir besser verstehen, was Wähler über diese Art von Steuern denken und warum solche Steuern sich bei Wahlen durchsetzen können. Daher wollten wir im März 2020 wissen, wie Sie zu zuckerhaltigen Getränken stehen und was Ihrer Meinung nach die wichtigsten Aspekte für oder gegen eine Steuer auf zuckerhaltige Getränke sind.

Einschätzung des eigenen Konsums zuckerhaltiger Getränke

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Das Konsumverhalten zuckerhaltiger Getränke schätzt ein Großteil von Ihnen als nicht besonders problematisch ein. Ganze 84% von Ihnen geben an, dass sie wenig oder keine Probleme damit haben, ihren Konsum zuckerhaltiger Getränke im Rahmen dessen zu halten, was sie als gut empfinden. Nur 16% von Ihnen finden, dass sie etwas oder viel häufiger zuckerhaltige Getränke trinken als sie eigentlich möchten.

Einschätzung des Konsums eines durchschnittlichen Erwachsenen in Deutschland

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Gleichzeitig ist ein sehr großer Teil von Ihnen der Meinung, dass der durchschnittliche in Deutschland lebende Erwachsene ein teilweise problematisches Konsumverhalten bei zuckerhaltigen Getränken an den Tag legt. 84% von Ihnen sind der Auffassung, dass eine durchschnittliche Person ihren Konsum zuckerhaltiger Getränke nicht im Rahmen dessen halten kann, was sie als gut empfindet. Nur 16% sind der Meinung, dass der durchschnittliche Erwachsene in Deutschland zuckerhaltige Getränke eher selten oder überhaupt nicht häufiger trinkt als er eigentlich möchte.

Aspekte für und gegen die Einführung einer Steuer auf zuckerhaltige Getränke

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Anschließend wollten wir wissen, welche Aspekte Sie berücksichtigen würden, wenn es eine Abstimmung über die Einführung einer Steuer auf zuckerhaltige Getränke gäbe. Wie wir sehen können, wären Ihnen dabei gesundheitliche Aspekte am wichtigsten. Fast die Hälfte von Ihnen würde positive Auswirkungen auf die Gesundheit eines aufgrund der Steuer reduzierten Konsums und die resultierenden niedrigeren Ausgaben für das Gesundheitssystem ausschlaggebend finden. Für 40% von Ihnen wäre es auch wichtig, dass die zusätzlichen Staatseinnahmen sinnvoll eingesetzt werden. Nur etwa 13% von Ihnen würden bei ihrer Entscheidung den Aspekt berücksichtigen, dass sie wegen der Steuer zusätzliche Ausgaben hätten, und fast 20% sehen in einer Steuer auf zuckerhaltige Getränke eine zu große staatliche Einmischung.