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April 2016 – Meinung zu (finanziellen) Risiken

In einer Befragung im letzten Jahr war eines der Forscherteams der Studie “Gesellschaft im Wandel” unter anderem an Ihrer Risikoeinstellung interessiert. Die Frage nach der Risikobereitschaft ist vor allem dann interessant, wenn man untersuchen möchte, ob langfristige Entscheidungen, wie etwa die Altersvorsorge, durch die persönliche Risikobereitschaft vorhergesagt werden können. Um ein Bild von Ihrer Risikobereitschaft zu erhalten, wurde daher gefragt, ob Sie einen Betrag von 100.000 Euro, den Sie zuvor im Lotto gewonnen hätten, in eine von der Bank vorgeschlagene Risikoanlage investieren würden. Die Befragten konnten dabei auswählen wie hoch der in der Risikoanlage investierte Betrag sein sollte.

Wie viele würden das (finanzielle) Risiko auf sich nehmen?

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Abbildung 1 zeigt, wie viele von Ihnen ihr Geld in eine möglicherweise riskante Anlage bei der Bank investieren würden. Es zeigt sich deutlich, dass mit fast 70 % die Mehrheit der Befragten überhaupt nicht in riskante Anlagen investieren würde. Etwa 16 % der Befragten würden 20.000 Euro investieren und nur noch etwa 3 % würden 60.000 Euro anlegen. Nur ein sehr kleiner Prozentsatz von Befragten würde die ganzen 100.000 Euro investieren und das Risiko eingehen, den gesamten Lotteriegewinn zu verlieren.

Wie viele Frauen und wie viele Männer würden das (finanzielle) Risiko auf sich nehmen?

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Es ist bekannt, dass sich Männer und Frauen im Hinblick auf ihre Risikobereitschaft unterscheiden. Dieses Verhaltensmuster spiegelt sich auch in Abbildung 2 wieder. 71 % der Frauen würden gar nichts und 17 % nur einen kleinen Betrag ihres Lottogewinns in die Risikoanlage investieren. Bei den Männern sind es dagegen nur 68 %, die überhaupt kein Risiko eingehen würden und 15 %, die nur 20.000 Euro investieren würden. Allerdings kehrt sich diese Rangfolge bei höheren Investitionssummen um. Immerhin noch 4 % der Männer würden 60.000 Euro investieren (Frauen: 3 %). Die Investition der Gesamtsumme von 100.000 Euro würde knapp 1 % der Männer durchführen; bei den Frauen hingegen sind es nur noch etwa 0,5 %.

Welche Altersgruppe würde das (finanzielle) Risiko auf sich nehmen?

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Zuletzt möchten wir die Risikobereitschaft, je nach Altersgruppe, betrachten. In Abbildung 3 zeigt sich, dass man mit zunehmendem Alter nur noch ungern ein Risiko eingeht. Während über 76 % der 60 jährigen unter Ihnen nicht in die Risikoanlage investieren würden, sind es bei den 15- bis 29-Jährigen nur etwa 57 %, die nicht investieren würden. Allerdings würden etwa 22 % der Befragten aus der jüngsten Altersgruppe 20.000 Euro investieren. Bei den 30- bis 44-Jährigen wären es immerhin noch etwa 18 % und während es in den beiden ältesten Gruppen nur noch etwa 14 % sind. Diese Altersverteilung in der Risikobereitschaft spiegelt sich auch für höhere Investitionssummen wieder. Die Jüngeren unter Ihnen sind am ehesten bereit hohe Risiken einzugehen, während die Älteren ein (finanzielles) Risiko eher ablehnen.